Archiv für Januar 2009


Kaufen, Kopieren und Gerechtigkeit(?): World of Goo Publisher pleite

31. Januar 2009 - 13:19 Uhr

Traurig, traurig. Gerade erfahren, dass der Publisher von World of Goo pleite gegangen ist. Wer es nicht kennt: World of Goo ist eines der besten, charmantesten und atmosphärischsten Spiele, die ich je gespielt habe. Trotz des relativ einfachen Spielprinzips absolut fesselnd. Das Spiel wurde von nur zwei Entwicklern, Kyle Gabbler und Ron Carmel, entwickelt und hat es trotz der von Multimillionendollar-Spielen dominierten Branche ohne einen riesigen Werbeetat in die NPD Top 10 geschafft. Und ohne gefakte Screenshots. Mutigerweise hat man sich beim Publisher 2D dafür entschieden, dass Spiel ohne Kopierschutz auszuliefern. Da wird sich wahrscheinlich gutgläubigkeit mit dem Wunsch nach eingesparten Lizenzkosten für irgendeine geeignete Technologie gepaart haben. Im November 2008 berichtete joystiq dann, dass die Piracy Rate 90% beträgt. Und am 28. Januar musste man Konkurs anmelden. Keine Ahnung, wie kausal der Zusammenhang ist. Aber interessant, wie da bei mir mein Gerechtigkeitssinn reagiert hat: nämlich verärgert über die Arschgesichter, die zwei kleinen Entwicklern, die sich eine Existenz aufbauen wollen, nicht einmal 20 Dollar für dieses Spiel zahlen wollten. Denn das ist was anderes, als wenn ich in der Piratenbucht nach Need for Speed suche und damit EA schade.

Ist es objektiv betrachtet natürlich nicht. Ebenso wenig, wie Tommy danach zu fragen, ob ich seine von ihm  gebrannte CD auch kaufen kann. Und später bei Mininova meine Mainstream-Musiksammlung vervollständigen. Oder frische BSG Episoden zu schauen und später die DVD-Box zu kaufen.

Ich frage mich auf jeden Fall, wie die Regeln dieses Spielchens sind und wer es gewinnen wird. Anspruchsvoller Content will bezahlt werden. Aber unter welchen Bedingungen? CDs kaufen, bei denen der Künstler (gehen wir mal davon aus, dasss es auch einer ist) einen Euro von den 15,16, 17 bekommt, die ich auf die Theke lege? Programme bezahlen, mit denen ich doch nur rumspiele? Oder doch kaufen, obwohl die Preispolitik von zum Beispiel Adobe ihrer faktischen Monopolstellung geschuldet ist? Was sind die persönlichen Kriterien für kaufen oder nicht kaufen? Gibt es Content, den man nicht bezahlen muss? Warum eine Serie nochmal kaufen, obwohl ich doch vor dem Fernseher schon durch zwangsweises Ertragen von Werbung gezahlt habe? Und was ist mit wissenschaftlichen Fachmagazinen? Ist es gerechtfertigt, wenn ein Abo mehrere hundert Euro pro Jahr kostet? Gehören Forschungsergebnisse nicht der gesamten Menschheit? Warum zahlen Pharmakonzerne eigentlich nicht für den genetischen Content, den sie aus irgendwelchen Urwaldviechern extrahieren, um ihn uns weiter zu verkaufen?

Eins scheint mir auf jeden Fall klar: Nur schwarz oder weiss kann es als Antwort nicht geben. Dafür aber alle vorstellbaren Graustufen dazwischen. Wer sich nur auf die eine oder andere Seite stellt, ist ein Idiot, weil er damit zu einer Verschärfung der Situation beiträgt und die Grauzone schwächt. Und eine Welt, die nur aus schwarz und weiss besteht, muss unerträglich sein.

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569 Hits: "Gelobe Besserung" und "mehr schreiben"

28. Januar 2009 - 22:30 Uhr

Nachdem ich den letzten Post abgeschickt hatte, fiel mir ein, dass ich noch einen “ach so, ich habe über Weihnachten/Neujahr versucht, wenig am Rechner zu sitzen und habe daher nicht viel geschrieben, will dieses Jahr aber mehr als letztesblabla” Post schreiben wollte. Und dann habe ich mich gefragt, wie viele Leute sowas wohl schreiben, “gelobe Besserung” oder so. Berichten kann ich, dass Google 569 Hits für “gelobe besserung” und “mehr schreiben” ausspuckt, 555 für “gelobe”, “besserung” und “mehr schreiben”, die Internationale Variante liefert ca. 66.500 für “promise”, “to write” “more posts”. Interessant auch die Frage nach “neujahr”, “vorsatz”, “rauchen”, “aufhören”. Das liefert satte 2.450 Treffer.

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EmotionML

28. Januar 2009 - 22:17 Uhr

Ich muss letzten November viel zu tun gehabt haben. Nur so kann ich mir erklären, dass mir Elements of an EmotionML 1.0 bei seiner Veröffentlichung Ende November 2008 durchs Aufmerksamkeitsraster geschlüpft ist. In diesem W3C Incubator Group Report haben sich neun Autoren und ein Redakteur zum Thema “Emotionen in XML ausdrücken” richtig ausgetobt und nicht weniger als 38 Use Cases für eine Markup Sprache gefunden. War ja eigentlich klar, dass es sich die XML-Welt nicht nehmen lassen würde, in diese bisher von ihr unberührte Domäne menschlichen Ausdrucks vorzudringen.

Fragt sich nur, wo das noch hinführen soll. Ich könnte mir durchaus ein Szenario vostellen, in dem John Connor in das Jahr 2008 reist, gefolgt von einem tötungswilligeren Terminator-Modell als je zuvor, und versucht die Veröffentlichung dieses Reports zu vermeiden. Weil man im Jahr 2024 die frühesten Spuren der Bewusstseinsbildung bei Skynet auf eben diese Markup Language zurückführen konnte. Halten wir also immer ein Auge offen!

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Microsoft: Nix dazugelernt.

28. Januar 2009 - 14:07 Uhr

Aaah, MS-Bashing, ick hab dir so lieb jewonnen. Was muss ich gerade lesen: Microsoft plant allem Anschein nach, auch Windows 7 in einer lächerlich großen Anzahl von Varianten zu veröffentlichen. Also das gleiche Desaster wie bei Vista. Zumindest legt das ein Artikel mit zugehörigem Screenshot auf Tom’s Hardware nahe. Bei der Installation der aktuellen Beta-Version, build 7025 (die öffentliche Beta ist build 7000), gibt es die Auswahl zwischen Starter, Home Basic und Premium, Business und Ultimate. Von denen gibt’s dann auch wieder Varianten (OEM, nicht-OEM, wasweissich) und am Ende hat man dann reichlich Auswahl. Damit wird die Auswahl der richtigen Windows-Version so planungsintensiv wie eine Expedition in das Amazonasbecken mit einem internationalen Forscherteam um dort vom Aussterben bedrohte Amphibien auf Wirkstoffe gegen Dornwarzen bei über 55-jährigen Kioskbesitzern zu untersuchen. Das nur als grober Richtwert.

Ich kann mich erinnern, dass ich einige Posts zum Thema Varianten bei Windows gelesen habe und alle darin übereinstimmten, dass es kein cleverer Zug ist. Das sollte auch jeder User Experience Designer bestätigen. Laien werden mit einer solchen Auswahl erschlagen, und das allerletzte was man als Unternehmen auf dem Weg zur Geldbörse des Kunden haben will, ist dem Kunden ein Gefühl der Unterlegenheit zu verpassen. Wieder einmal macht Apple vor, wie es geht: ein OS in zwei ganz klar voneinander getrennten Varianten. Wobei man OS X Server normalerweise noch nicht mal im Regal stehen sieht. Kleine Box, keine Seriennummer, alles easy.

Und wo ich gerade bei MS bin: im Januar 2009 einen Online Music Dienst zu starten, der mit DRM arbeitet – weniger als zwei Wochen nachdem iTunes als größter Anbieter den Verzicht auf DRM verkündet – grenzt an Dummheit. Aber diesseits davon. Und weil alle Songs an das Handy gebunden sind, ist man leider in den Po gekniffen, wenn man dieses wechselt. Und wenn man dann als “Head of Mobile at Microsoft UK” auf die Frage, ob man denn wirklich erwartet, dass das Angebot angenommen wird, wenn die Leute alle 12-18 Monate ihr Handy wechseln, antwortet: “I didn’t realise phones were churning that quickly in the marketplace these days.”, dann muss man schon schwer mit der Realität unsynchronisiert sein.

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BSG S04E11

17. Januar 2009 - 14:53 Uhr

68 (14567); 56 (40103); 77,9; 21m45s.

YEA!!!

UPDATE 18.01.08: Mein Gott, wie *g*e*i*l*, hammer. Wie düster und bedrückend. Und was für eine krasse Wendung. Und wenn sich das alles wirklich so auflöst, wie es sich jetzt eigentlich schon klar andeutet, dann würde ich die gesamte Geschichte als episch bezeichnen. Monumental. Ganz ganz gross.

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