Microsoft: Nix dazugelernt.

Aaah, MS-Bashing, ick hab dir so lieb jewonnen. Was muss ich gerade lesen: Microsoft plant allem Anschein nach, auch Windows 7 in einer lächerlich großen Anzahl von Varianten zu veröffentlichen. Also das gleiche Desaster wie bei Vista. Zumindest legt das ein Artikel mit zugehörigem Screenshot auf Tom’s Hardware nahe. Bei der Installation der aktuellen Beta-Version, build 7025 (die öffentliche Beta ist build 7000), gibt es die Auswahl zwischen Starter, Home Basic und Premium, Business und Ultimate. Von denen gibt’s dann auch wieder Varianten (OEM, nicht-OEM, wasweissich) und am Ende hat man dann reichlich Auswahl. Damit wird die Auswahl der richtigen Windows-Version so planungsintensiv wie eine Expedition in das Amazonasbecken mit einem internationalen Forscherteam um dort vom Aussterben bedrohte Amphibien auf Wirkstoffe gegen Dornwarzen bei über 55-jährigen Kioskbesitzern zu untersuchen. Das nur als grober Richtwert.

Ich kann mich erinnern, dass ich einige Posts zum Thema Varianten bei Windows gelesen habe und alle darin übereinstimmten, dass es kein cleverer Zug ist. Das sollte auch jeder User Experience Designer bestätigen. Laien werden mit einer solchen Auswahl erschlagen, und das allerletzte was man als Unternehmen auf dem Weg zur Geldbörse des Kunden haben will, ist dem Kunden ein Gefühl der Unterlegenheit zu verpassen. Wieder einmal macht Apple vor, wie es geht: ein OS in zwei ganz klar voneinander getrennten Varianten. Wobei man OS X Server normalerweise noch nicht mal im Regal stehen sieht. Kleine Box, keine Seriennummer, alles easy.

Und wo ich gerade bei MS bin: im Januar 2009 einen Online Music Dienst zu starten, der mit DRM arbeitet – weniger als zwei Wochen nachdem iTunes als größter Anbieter den Verzicht auf DRM verkündet – grenzt an Dummheit. Aber diesseits davon. Und weil alle Songs an das Handy gebunden sind, ist man leider in den Po gekniffen, wenn man dieses wechselt. Und wenn man dann als “Head of Mobile at Microsoft UK” auf die Frage, ob man denn wirklich erwartet, dass das Angebot angenommen wird, wenn die Leute alle 12-18 Monate ihr Handy wechseln, antwortet: “I didn’t realise phones were churning that quickly in the marketplace these days.”, dann muss man schon schwer mit der Realität unsynchronisiert sein.

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