Archiv für März 2009


Wie du denen, so ich dir

31. März 2009 - 19:31 Uhr

Meine illegalen Aktivitäten mit dem iPhone beschränken sich auf den Jailbreak und den SIM Unlock. Programme, die mich interessieren, kaufe ich im App Store. Dass es anscheinend auch eine “Warez” Szene für das iPhone gibt, war mir bis vor ein paar Wochen neu. Und das es da so richtig heiß hergeht, habe ich via SpOn erfahren. Gecrackte App Store Programme gab es demnach zuerst mit Hilfe von Appulous. Finanziert hat Hackulo.us, der Betreiber des Dienstes, sich über Spenden. Bis dann Mega aufgetaucht ist. Und bei denen ist nichts mit nöppes, sondern man finanziert sich über Subscriptions. Für 9,99$ im Monat, 23,99$ pro Quartal, 41,99 für sechs Monate. Was wiederum Appulous, bzw. Hackulo.us gar nicht gefallen hat. Piratenehre, und so. Und deswegen hat man dort Grabulous entwickelt, mit denen man die auf Mega gehosteten Programme ziehen kann. Für nöppes. Mit der schönen Begründung, “wenn schon zahlen, dann an die Entwickler der Programme.” Wie würde Nelson sagen: “Haha”.

Und warum habe ich nichts verlinkt? Weil ich es affig finde, Applikationen, von denen die meisten nicht teurer als 7,99 sind, zu klauen. Wer sich den Luxus eines iPhone leisten kann, sollte sich nicht wie ein Asi verhalten und Äpfel aus der Auslage klauen.

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Primäre Identität

31. März 2009 - 17:59 Uhr

Schon wieder Twitter-related: wer vermeiden will, dass das eigene Twitter-Profil bei Google als Toptreffer für den eigenen Namen gelistet wird und das mühsam gepflegte Blog nur unter ferner liefen, sollte Links innerhalb des Blogs mit einem rel=”me” versehen. Also zum Beispiel die Verlinkung auf die Hauptseite vom Key Visual oder auf die About Seite statt <a href=”http://blog.formatvorlage.de/…”>… mit <a href=”http://blog.formatvorlage.de/…” rel=”me”>.

Gefunden in Marshall Kirkpatricks Blog.

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Ein Alptraum in 4:17

31. März 2009 - 17:34 Uhr

Ich habe in letzter Zeit wirklich interessante Demos und Spots von Microsoft gesehen, unter anderem die Vision für das Jahr 2020 der Microsoft Research Labs oder die unglaublichen Photosynth Demos. Aber, es geht natürlich auch schlechter. Viel schlechter. So zu bestaunen im Microsoft Songsmith Spot. Ich kann mich erinnern, vor Jahren mal eine beeindruckende Demo von Songsmith gesehen zu haben und rausgekommen ist dann das. Ein Alptraum, der an den Mainstream der 50er erinnert. Oder an schlimme dystopische Science Fiction Filme. “Oh, it’s from Microsoft. So it’s pretty easy to use, right?”. Yea, right… :-)

Ich vermute, dass das exemplarisch den Unterschied zwischen der Jahr 2020 Vision und den dann erhältlichen MS Produkten widerspiegelt.

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Symmetrien in sozialen Netzwerken

31. März 2009 - 17:20 Uhr

Einen sehr interessanten Blickwinkel zum Thema Facebook vs. Twitter, der sich nicht zum hunderttausendsten Mal mit irgendwelchem halbgaren Businessgeplapper aufhält, präsentiert Bokardo in Relationship Symmetry in Social Networks.

Facebook nimmt Twitter mittlerweile als ernstzunehmenden Konkurrenten wahr, was man z.B. am gescheiterten Übernahmeversuch oder am Redesign einiger Bereiche erkennen kann, die sich dem Twitter-Stil angenähert haben. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Diensten, nämlich die Verwaltung von Beziehungen zwischen Usern. Während Facebook ein symmetrisches Modell verwendet, kommt bei Twitter ein asymmetrisches zum Einsatz. Der Unterschied ist einfach: während bei Facebook-User immer gegenseitig verbunden sind, ist das bei Twitter nicht der Fall. Ich kann Follower eines Users sein, dieser muss aber nicht notwendigerweise ein Follower von mir sein. In diesem asymmetrischen Modell gibt es vier verschiedene Zustände von Beziehungen zwischen zwei Usern, bei symmetrischen Modell von Facebook hingegen nur zwei.

Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Plattformen ist, dass Facebook persönliche Beziehungen abbildet, Twitter aber Beziehungen, die auf Aufmerksamkeit basieren. Dies kommt der natürlichen Art, wie Beziehungen zwischen Menschen funktionieren, näher und letztendlich kann damit der Social Graph vollständiger abgebildet werden.

Und jetzt verstehe ich, warum Facebook Twitter als Bedrohung ansieht.

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Status von Google Chrome für OS X

30. März 2009 - 12:42 Uhr

Ars Technica berichtet in einem Artikel über den Status von Google Chrome für Mac OS X. Nachdem Mike Pinkerton Mitte Februar von einer ersten Version berichtet hat, war man bei Google extrem fleißig und hat das Projekt ein gutes Stück weitergetrieben. Es ist allerdings noch weit davon entfernt, auch nur zum Testen von Pages eingesetzt zu werden. Laut Google soll man im Laufe des Herbst mit einer Beta rechnen können.

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Für wie doof?

28. März 2009 - 20:59 Uhr

Zwei Dinge, die mir heute, an einem – bisher – völlig IT-freien Tag hängen geblieben sind, doch irgendetwas mit dem Thema zu tun haben und vor allem so dermaßen verbogen sind, dass sie an Lügen grenzen.

1. Heute Mittag im Radio gab’s wieder neue Enthüllungen über den Umfang der Spitzelaffäre bei der Bahn. Es wurde auch in den Mails von GDLern geschnüffelt. Ob der per Mail verschickte Streik-Aufruf illegal war kann ich nicht beurteilen, würde es aber stark anzweifeln. Aber richtig groß ist die Aussage, dass man der Sache erst so richtig nachgegangen ist, weil durch die “im großen Umfang” verschickten Mails das interne Mailsystem der Bahn zusammengebrochen ist. Was wollte ich sagen… richtig, ROFL. Laut Wikipedia hatte die Bahn 237.078 Mitarbeiter zum 31.12.2007. Ich würde stark vermuten, dass die Mailserver auf solche Größenordnungen ausgelegt sind. Dementsprechend kann wohl kaum eine, oder von mir aus fünf, Mails die jeweils an einen Mitarbeiter geschickt wurden, die Server zusammenbrechen lassen. Das hört sich aber ganz toll an und ist bestens geeignet die öffentliche Meinung zu manipulieren. Und irgendwie isses auch ein bißchen terroristisch, oder?

2. “Tipps und Informationen für Eltern zum richtigen Umgang mit dem Urheberrecht”. Plötzlich befand sich diese dilletantisch auf spritzig getrimmte Broschüre auf dem Tresen der Videothek vor meinen Augen. Ich denk, greif’se direkt ma zu, nich? Auf der zweiten Seite begrüsst mich unsere Justizministerin Brigitte Zypries. Als treuer Staatsbürger habe ich selbstverständlich gelesen, was sie mir wichtiges mitzuteilen hatte: “…beläuft sich der wirtschaftliche Schaden durch Produktpiraterie und Markenfälschungen allein in Deutschland auf ca. 30 Milliarden Euro pro Jahr”. Uiuiui. Das stimmt nachdenklich. Vor allem wenn man bedenkt, dass da fröhlich einige Dinge, die gar nichts miteinander zu tun haben, in einen Topf geschmissen werden. Dramatisch wird es dann bei “Ungefähr 70.000 inländische Arbeitsplätze gehen dadurch jährlich verloren”. Und nicht nur das, durch Verbreitung illegaler Kopien können “attraktive Ausbildungsplätze, z.B. in der Filmbranche, … nicht mehr angeboten werden” oder, besonders dreist, “wird die kulturelle Vielfalt eingeschränkt” weil die Unternehmen immer weniger Mittel für kleine, innovative Projekte einsetzen können. Ich seh sie vor mir, die traurigen Augen der Filmstudenten die vor verschlossenen Hörsaalen stehen, weil Hänschen Müller seine Filme aus dem Netz saugt. Und die abgrundtiefe Verzweiflung in der Chefetage von z.B. Bertelsmann, weil man das in der Vergangenheit immer üppige Budget für Autorenfilme zusammenstreichen musste. Ich kann mich auf jeden Fall nicht erinnern, dass Medienkonzerne in meiner Jugend zur kulturellen Vielfalt beigetragen hätten. Wie denn auch? Die teuren Produktions- und Vermarktungsketten lassen doch gar keinen Platz für Dinge, die nicht in irgendeiner Form massentauglich sind. Kulturelle Vielfalt hat sich für mich dagegen in den letzten Jahren durch das Web eröffnet: kleine Bands, Musiker aus Leidenschaft, schräge Typen, die ich mit Sicherheit niemals im Mediamarkt gefunden hätte. Ihr könnt euch also eure “kulturelle Vielfalt” gerne in eure Dunkelkammern schieben, ich bleib bei meiner.

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Googles Gmail Gestotter

11. März 2009 - 14:29 Uhr

Die Computerworld meldet gestern, dass Gmail mal wieder für einige Kunden nicht erreichbar ist und das Problem möglicherweise 24 bis 36 Stunden bestehen könnte. Ich weiss nicht, wie der aktuelle Status ist, allerdings haben sich die wiederholten Meldungen über Gmail-Ausfälle verschiedener Art in meinem Kopf so angesammelt, dass dieser Gmail assoziativ mit unzuverlässig verknüpft. Der Computerworld Artikel enthält dazu eine gute Übersicht. Mein E-Mail Account in meinem 1&1 Web Hosting Paket (disclaimer: ja, ich arbeite bei 1&1 und nein, ich finde nicht alles toll, was wir machen) war in 5 Jahren einmal für wenige Stunden down. Ungezählt natürlich eventueller Ausfälle, die ich nicht mitbekommen habe, aber: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Und darin besteht genau das Problem: die Augen der Business-Welt sind so auf Google, ihre Dienste und das ganze SaaS-Thema fixiert, das solche Ausfälle viel schwerer ins Gewicht fallen und sich weit über den Kreis der Betroffenen hinaus verbreiten. Bedenkt man, dass laut einer Studie von Gartner aus dem letzten Jahr das mit Abstand wichtigste Argument gegen die Verwendung von Cloud-based/SaaS-Applications mangelndes Vertrauen ist, sind solche Störungen ein absolutes Desaster. Denn dummerweise sind potentiell alle Kunden betroffen, also auch die Premier-User, weil alles von den gleichen Kisten kommt.

Auf jeden Fall hat Google damit ein Problem. Alle anderen, die unterhalb des Aufmerksamkeitsradars fliegen, kommt das natürlich sehr gelegen.

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HTML 4.2?

7. März 2009 - 22:22 Uhr

Douglas Crockford hat – in einem wie immer intelligenten – Blogpost die Frage aufgeworfen, ob nicht eine Nachfolgeversion von HTML 4 sinnvoll wäre, die nur behutsame Änderungen am bestehenden Standard 4.01 vornimmt. Das im Gegensatz zur riesigen Menge neuer Features die HTML 5 definiert. Crockford hält HTML 5 für zu komplex und erkennt keine klare Ausrichtung, das Projekt würde einen Reset benötigen. Ziemlich interessanter Gedanke, der mich zuerst ein wenig abgeschreckt hat – wahrscheinlich aus ähnlichen Gründen, von denen die Autoren von HTML 5 getrieben werden: HTML hat einfach den Anschluß verloren und wird in keinster Weise den Ansprüchen modernerer Websites gerecht. Verständlich, dass man einen Haufen Zeug in den neuen Standard packt. Und genau deswegen hatte ich wahrscheinlich vor einer Weile, als ich in die Draft Spec geschaut habe, dieses Gefühl, dass das alles ein wenig zu groß und schwammig geraten ist. Kann mich nicht mehr erinnern, wie der Umfang der Spec war, als ich die ersten Versionen der WHATWG gesehen hatte, aber der gefühlte Unterschied zur aktuellen ist sehr groß.

Das war dann der Realitycheck: aus einer beachtlichen Menge Features, die für sinnvoll erachtet werden, wird eine gigantische Spezifikation, wenn erst mal genauer Umfang, Regeln, Randbedingungen und alles weitere bedacht wurden. Und am Ende kommt das Jahr 2022 raus. Projekte dieser Größenordnung geraten ohnehin in dünne Luft, das gilt wahrscheinlich umso mehr bei einem so “heiklen” Thema wie der nächsten HTML  Version. Sinnvoll wäre meiner Meinung unter Umständen eine Aufteilung in Module wie es XHTML vorgemacht hat. Obwohl von denen, zu meinem Erstauen, keine Sau redet.

Also doch erst mal 4.2? Es wäre interessant zu erfahren, was Douglas Crockford da so vorschwebt. Schade übrigens, dass man für Yahoo! 360° registriert sein muss, um einen Kommentar zu posten. Darauf hatte ich keine Lust, also muss bitte jemand anderes fragen. Danke schon mal. Ach so: das URL Schema, dass Yahoo! in den 360° Blogs verwendet, muss ein Scherz sein, z.B. für Crockfords Blogpost: http://blog.360.yahoo.com/blog-TBPekxc1dLNy5DOloPfzVvFIVOWMB0li?p=978. /WUT?/ Haben die sich schon aufgegeben?

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Firefox Marktanteil: 100%

7. März 2009 - 00:29 Uhr

Leider nur in der Antarktis, gefunden via reddit bei StatCounter.

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Die Qual der Engine-Wahl: Spidermonkey oder V8. JavaScript rockt :-)

5. März 2009 - 06:08 Uhr

Während im Fenster nebenan couchdb compiled, habe ich mir nochmal Gedanken um die geeignetste JavaScript-Engine für meine Prototyp Web Framework Bastelei gemacht. Spidermonkey hat den absolut gewichtigen Vorteil von JavaScript 1.8, das aber leider nicht standardisiert ist. Und es in dieser Form auch nie wird, siehe das Gezänke um ECMAScript 4 letzten Herbst. Mit 1.8 würde ich auch E4X bekommen, was meiner Meinung die absolut heisseste Sprachumfangserweiterung ist, die mir je untergekommen ist. Also XML als First-class Datentyp mit der Möglichkeit komplexer Queries. Und mit V8 bekomme ich die zur Zeit mit Abstand schnellste JavaScript Engine. Da ich auf Framework-Ebene Geschwindigkeit als höchste Priorität ansehen würde, besonders in diesem Fall, habe ich mich für V8 plus v8cgi entschieden. Aber Generatoren, Iteratoren, E4X und ein Haufen anderes sind verdammt verlockend. Und ist nicht Entwicklereffizienz viel wichtiger als Prozessorleistung, weil letztere im Gegensatz zu ersterem eine wesentlich höhere Skalier- und Verfügbarkeit besitzt? Die Entscheidung ist nicht einfach. Superspannend ist aber, dass überhaupt eine Entscheidung nötig war. Spidermonkey war bis vor einer Weile die einzige (mir bekannte) frei verfügbare JS-Engine. Abgesehen natürlich von Rhino, ebenfalls von Mozilla, aber leider in Java geschrieben, sprich: absolutes No-go. Und seit ein paar Monaten gibt es V8. Irgendwann kommt dann auch noch Tracemonkey. Und Konkurrenz belebt das Geschäft, wie man in den letzten Monaten an den Benchmark-Duellen gesehen hat. Und es zeigt, dass JavaScript ganz gewaltig auf dem Vormarsch ist.

Die üblichen Verdächtigen, die JavaScript für eine Spielzeugsprache halten – üblicherweise übrigens häufig gerade die Gruppe von Entwicklern bei denen ich denke, dass sie ohne IDE mit Code Completion so aufgeschmissen wären, als ob sie mit verbundenen Augen aus dem Stadtzentrum von Kuala Lumpur den Weg nach Hause finden müssten – übersehen meistens eins: JavaScript ist die erste Mainstream-Programmiersprache, welche von der offenen Architektur des Web getrieben wurde. Und von der Hemdsärmeligkeit, die damit verbunden ist. Und, vielleicht am wichtigsten, aufgrund der offenen und verteilten Natur des Webs mit solchen Dingen wie der Same Origin Policy und parallelen, aber getrennten Ausführungskontexten umgehen lernen musste. Was allerdings den größten Schub geben wird: die Frontends von Web Applikationen werden sich stärker von der Middleware trennen. Massive wollmilcheierdings Web Application Frameworks und Server sind so dermaßen old school, dass jede 80er Jahre Party dagegen wie ein Tokio Hotel Konzert wirkt. Dafür werden die Client- und Serverbestandteile des Frontend stärker verschmelzen. Was man dann will, ist einfach: eine gemeinsame Code-Basis für Funktionalität, die auf beiden Systemen identisch funktionieren soll. Und, nicht zuletzt: Type Safety ist sowas von für Pussies :-) . Aber, ich schweife einen ganzen Absatz ab und das ist eigentlich ein Thema für einen weiteren Post. Gute Nacht.

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