Symmetrien in sozialen Netzwerken

Einen sehr interessanten Blickwinkel zum Thema Facebook vs. Twitter, der sich nicht zum hunderttausendsten Mal mit irgendwelchem halbgaren Businessgeplapper aufhält, präsentiert Bokardo in Relationship Symmetry in Social Networks.

Facebook nimmt Twitter mittlerweile als ernstzunehmenden Konkurrenten wahr, was man z.B. am gescheiterten Übernahmeversuch oder am Redesign einiger Bereiche erkennen kann, die sich dem Twitter-Stil angenähert haben. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Diensten, nämlich die Verwaltung von Beziehungen zwischen Usern. Während Facebook ein symmetrisches Modell verwendet, kommt bei Twitter ein asymmetrisches zum Einsatz. Der Unterschied ist einfach: während bei Facebook-User immer gegenseitig verbunden sind, ist das bei Twitter nicht der Fall. Ich kann Follower eines Users sein, dieser muss aber nicht notwendigerweise ein Follower von mir sein. In diesem asymmetrischen Modell gibt es vier verschiedene Zustände von Beziehungen zwischen zwei Usern, bei symmetrischen Modell von Facebook hingegen nur zwei.

Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Plattformen ist, dass Facebook persönliche Beziehungen abbildet, Twitter aber Beziehungen, die auf Aufmerksamkeit basieren. Dies kommt der natürlichen Art, wie Beziehungen zwischen Menschen funktionieren, näher und letztendlich kann damit der Social Graph vollständiger abgebildet werden.

Und jetzt verstehe ich, warum Facebook Twitter als Bedrohung ansieht.

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