Kategorie: Allgemein


Essentielle Mac Software

19. Dezember 2010 - 19:05 Uhr

Übliches Balkon-Gespräch: “Ich will mir jetzt auch’n Mac holen. Was brauche ich denn so an Software?”. Bevor ich das nochmal mündlich beantworte im folgenden meine, natürlich unvollständige, Auswahl meist weniger bekannter Mac Helferlein, die ich mir im Laufe der Jahre zusammen gesucht habe.

AppTrap

Erledigt, was OS X unverständlicherweise nicht alleine kann: De-Installation von Programmdateien beim Löschen eines Programms. Diese bleiben sonst als Dateileichen übrig, z.B. in ~/Library. Diese App immer als erstes auf einem neuen System installieren.

Freeware. AppTrap Homepage.

LittleSnitch

Die eingebaute OS X Firewall ist besser als nichts, erlaubt aber keine genaue Einstellung der Rechte einzelner Applikationen. Das erledigt LittleSnitch mit einer übersichtlichen GUI.

Kommerzielle Software, € 29,95. Testversion erhältlich, LittleSnitch Homepage.

Isolator

Nettes Tool zum fokussieren auf eine Anwendung, Isolator legt einen beliebig gefärbten Layer mit Transparenz zwischen das aktive Fenster und andere geöffnete Fenster und den Desktop.

Freeware, Isolator Homepage.

DragThing

Erlaubt das Anlegen von Docks und Popup zur Organisation von Fenstern, Applikationen und Icons. Sehr hilfreich zur Anordnung und schnellen Zugriff von thematisch verwandten Objekten. Aussehen über Plugins änderbar.

Shareware, $ 29,95. DragThing Homepage.

InsomniaX

Ganz selten möchte man das Wagnis eingehen, das MacBook auch bei geschlossenem Deckel laufen zu lassen, z.B. als iPod Ersatz (wenn das iPhone mal wieder leer ist). InsomniaX erledigt das. Wird nicht mehr weiter entwickelt.

Freeware, InsomniaX Homepage.

MondoMouse

Wenn man sich unter Linux mal daran gewöhnt hat, Fenster mit Hilfe von Shortcuts nicht nur in der Titelleiste und dem Resizer unten rechts zu bewegen und zu skalieren, muss man mit MondoMouse darauf auch nicht unter OS X verzichten.

Shareware, $ 14,95, MondoMouse Homepage.

Growl

Generischer Service für Benachrichtigungsfenster, wird von Dutzenden bekannter und weniger bekannter Mac Applikationen zur Benachrichtigung bei Ereignissen verwendet (z.B. Firefox, Thunderbird).

Freeware, Growl Homepage.

GeekTool

Mit GeekTool können Shell Skripte periodisch ausgeführt und ihre Ausgaben in Desktop-Overlays dargestellt werden. Damit können z.B. Lüftergeschwindigkeit, laufende Prozesse oder Speicherverbrauch dargestellt werden.

Freeware, GeekTool Homepage.

HotSpotShield

“Dieser Inhalt steht in ihrem Land nicht zur Verfügung”. Wenn die Record Majors mal wieder nicht mitspielen und auf YouTube die Anzeige eines Video verweigern, hilft HotSpotShield. Der ursprüngliche Zweck des Tools ist die Anonymisierung im Netz und die Umgehung staatlicher Zensurbestrebungen, aber in Mitteleuropa haben wir eben andere Probleme ;-)

Freeware, HotSpotShield Homepage.

StreamRipperX

Ripped Radio Streams von iTunes oder von Shoutcast. Speichert einzelne Tracks. Wird nicht mehr weiter entwickelt.

Open Source, StreamRipperX Homepage.

UnRarX

Entpacker für das vor allem unter Windows populäre Kompressionsformat.Wird nicht mehr weiter enwickelt.

Freeware, UnRarX Homepage.

Bowtie

Steuert iTunes oder (mit einer Zusatz App) die Wiedergabe auf dem iPhone. Last.fm Support, Darstellung des aktuellen Covers auf dem Desktop.

Mac Software Freeware, iPhone App $0.99, Bowtie Homepage.

Flip4Mac WMV

WMV Dateien werden wegen der fehlender Unterstützung in Quicktime unter OS X nicht out-of-the-box unterstützt, mit Flip4Mac kann man das nachrüsten. Die diversen kostenpflichtigen Pro Versionen erlauben auch die Konvertierung von Videos.

Freeware, Flip4Mac WMV Homepage.

Handbrake

Der wohl beste freie DVD Ripper für OS X mit vielen Optionen.

Open Source, Handbrake Homepage.

MacPorts

Das manuelle Kompilieren und Installieren von Software ist eine mühselige Anlegenheiten. Unter Linux existieren diverse Paketierungsformate, mit denen diese Aufgaben drastisch vereinfacht werden. MacPorts ist das (für Developer) essentielle Gegenstück. Das MacPorts Repository enthält für OS X vorbereitete Versionen der wichtigsten Open Source Projekte.

Open Source, MacPorts Homepage.

Curio

Curio ist einzigartig: Mindmapping Tool, Todo Listen, Präsentationen und Projektverwaltung nach der GTD-Methode, alles in einer Applikation, die sich großartig zum strukturieren von Ideen eignet. Nicht ganz günstig, aber absolut testenswert.

Kommerzielle Software,$129, Testversion verfügbar, Curio Homepage.

DropBox

Synchronisation und Sharing von Dateien im lokalen Dateisystem mit der Cloud und zwischen mehreren Rechnern und Usern, schnell und komfortabel. In der kostenlosen Variante stellt DropBox 2 Gb Speicher bereit.

kostenpflichtiger Service, kostenlos für 2 Gb, DropBox Homepage.

Perian

Fügt eine Vielzahl zusätzlicher Formate zu Quicktime hinzu, zum Beispiel AVI, DivX, MKV.

Open Source, Perian Homepage.

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Jailbreakme: iOS4 3GS iPhone Jailbreak by Slide

2. August 2010 - 17:52 Uhr

Nach den ganzen Bemühungen von Apple alles schön dicht zu machen, wirkt dieser Jailbreak geradezu frivol: die Site in Safari aufmachen, einmal sliden wie beim entsperren und danach ist das Teil jailbroken und Cydia installiert. Ultrasn0w erledigt den Rest, das heisst den Unlock. Und das Ganze funktioniert auch mit den Geräten, die bisher ausgenommen waren (zum Beispiel das 3GS mit den neueren Baseband Versionen).

Einem (Ex-)Kollegen (danke Jonny) zufolge ist das anscheinend ein PDF Hack. Die bekommt man beim Aufruf im (Desktop) Browser nicht zu sehen, sondern die FAQ Seite.

Danke! Donate!

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Beeindruckend: IE9 Platform Preview

5. Mai 2010 - 23:33 Uhr

Ich habe ihn leider noch nicht selbst testen können, aber wenn das alles stimmt, was man über den IE 9 lesen kann… Heute wurde die zweite Preview veröffentlicht, siehe dazu einen Artikel im IEBlog über JavaScript Performance und im Internet Explorer Testing Center. Hut ab, Microsoft. Ehre wem Ehre gebührt. Die grauen Haare verzeihe ich euch trotzdem nicht.

[UPDATE] Dazu (un)passend dann folgender Artikel auf TheRegister über Canvas Support in IE 9.

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Fight the Power: Diaspora, das Anti-Facebook

5. Mai 2010 - 22:46 Uhr

Gestern hatte ich es noch von Facebook. Und in meinem Kommentar auf den Kommentar eines geschätzten Kollegen habe ich die meiner Meinung absolut einzige Möglichkeit umrissen, wie ein großes Social Network mit absoluter Privatsphäre zu organisieren ist: dezentral. Verteilt auf die Schultern einiger, die bereit sind Knoten eines solchen Networks zu hosten. Der Rest der Bevölkerung kann es dann für lau nutzen. Also ungefähr so wie Linux oder Firefox: wenige opfern ihre Zeit, weil sie an etwas glauben, damit ganz ganz viele was davon haben.

Weil ich sowas schon lange haben wollte, aber meinen Hintern nicht hochbekommen habe, macht’s jetzt jemand anders: Diaspora. Awe. Some! Mehr Infos auf ReadWriteWeb oder auf der Kickstarter Seite von Diaspora. Spendet! Es fehlen noch 768,– USD.

[UPDATE] Diaspora hat die 10.000 USD Marke geknackt. Mehr Infos bei Kickstarter.

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Ganz Neu – Farbfernsehen (oder: Burn, RIA, Burn)

5. Mai 2010 - 22:26 Uhr

Ich wollte es ja so: ich arbeite in der Bullshit Bingo Branche (3B). Freiwillig. Und gerne. Würde auch nichts anderes machen wollen. Aber das Bullshit Bingo. Ist. Kaum. Zu. Ertragen. Einer dieser Bullshit Begriffe ist RIA: Rich Internet Application. Hört sich ja erst mal toll an: Rich. Sollte mal sowas heißen wie: fühlt sich besser an als eine Eingabemaske auf einem MS-DOS PC auf einer Amtsstube im Jahr 1988. Oder das Internet im Jahr 1996. Oder sogar noch 2001: Formulare, Knöpfe, bisken Menugeschrubbel, viel Text, viele häßliche und langsame Reloads.

Und dann RIA: Interaction Design und eine User Experience, die einer echten Desktop Applikation näher kommen. Über die Richness von vielen Desktop Apps kann man sich ja streiten, aber sei’s drum. Mehr Desktop auf jeden Fall. Und mehr Logik auf dem Client. Kein Request-Response Roundtrip mehr, damit die Applikation Gelegenheit bekommt einem mitzuteilen, dass man das @ Zeichen in der E-Mail Adresse vergessen hat. Wenn sich irgendwas auf dem Bildschirm bewegt, das ist auch Rich. Abgerundete Ecken sind auch Rich. Web 2.0 ist rich, ziemlich häufig auf jeden Fall.

So, und jetzt mal Schluss mit dem Bullshit. Warum reg ich mich eigentlich auf? Weil ich Kraft meines Amtes in den letzten Tagen wieder häufig mit dieser Diskussion konfrontiert wurde. Ist das User Interface in diesem Konzept jetzt eine RIA oder nicht? Wollten wir nicht RIAs machen? Oder ist das dieses andere, diese, ähm, so eine alte Internet Applikation, Non Rich Internet Application? Poor Internet Application? Wo ist denn eigentlich die Grenze zwischen PIA und RIA? Wenn man das Web beobachtet stellt man eines fest: es gibt keine saubere Trennung. Das gilt zumindest für ca. 99% des Web. Das restliche Prozent, die wirklich reinrassigen RIAs, findet man in der freien Wildbahn relativ selten, in Intranets oder spezialisierten Applikationen häufiger. Stattdessen: Desktop Applikationen haben Metaphern aus der Hypertext-Welt des Web übernommen. Oder kann sich jemand an blau unterstrichenen und anklickbaren Text in Desktop Applikationen von vor 10 Jahren erinnern? Ich nicht. Und wo ich gerade in der Vergangenheit stöbere: wer kann sich denn an den Begriff DHTML erinnern? Den hat Netscape auf der Höhe des ersten Browser Kriegs Ende der 90er geprägt. Stand mal für: per JavaScript im geladenen Dokument rumfummeln und mit CSS spielen. Hat sich irgendwie überholt. So wie Farbfernseher. “Du, ich hab mir einen 54er LCD gekauft”. “Wirklich? Wow!”. “Ja, sogar ein COLORGERÄT”. “NEEEIN, sag bloss!”. – “Du, ich habe da eine Website gefunden, die hat Slider drauf. Und so Dinger drauf, wie so Schubladen, und wenn man da drauf klickt, dann gehen die auf und zu!”. “Krass, kannst du den Link twittern?”.

Also, wenn ich nochmal ein Konzept, Mail oder Präsentation bekomme, in denen das Wort RIA auftaucht, dann rufe ich an und erzähle von meinem Farbfernseher. Oder meinem schnurlosen Telefon. Im Ernst.

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2700 Frames/sec

5. Mai 2010 - 00:14 Uhr

Ich ziehe meinen Hut, Google. Was für eine göttliche Idee.

Ach ja, eine technische Background Story gibt’s übrigens auch noch: die bisher schnellste Chrome Beta, massive Erhöhung der JavaScript Performance, you get the idea. Ebenfalls großartig. Great job, guys! Und Firefox: hau rein!

[UPDATE] Nach dem Making-Of hier das fertige Video. Göttlich.

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Ein Wort zur Facebook Diskussion

4. Mai 2010 - 23:23 Uhr

Wer mich außerhalb dieses Blogs kennt, genauer gesagt, wer mich näher kennt als meist zufällig in dieses Blog stolpernde Leser, weiß das ich Facebook-süchtig bin. Oder, auch hier genauer gesagt, war. Denn Facebook ist langweiliger geworden. Es interessiert mich einfach nicht, wer gerade in welche dumme Gruppe in Stil von “Ich finde Brünette sexier als wie Blonde”, “Ich bin eine Prinzessin” oder “Jaqqeline, komm wech von die Regale, du Arsch!” eingetreten ist. Was mich interessiert ist was meine Friends gerade machen, welche Bilder sie geschossen haben, welchen Film sie gesehen haben, wo sie hingehen, wo sie waren, was wir zusammen unternehmen können. Was mich interessiert: wie bleibe ich mit den Menschen in Verbindung, über die ich mich in real life freue, wenn ich sie sehe.

Und jetzt diese immer hitziger werdende Diskussion über Privatsphäre. Ziemlich zweischneidiges Schwert, dieses Thema. Man kann sich fragen, wie viel Recht auf Privatsphäre jemand für sich beansprucht oder beanspruchen kann, der in einem Postkarten-Medium – denn nichts anderes ist das Internet ohne weitere Schutzvorkehrungen – private Dinge quer durchs Netz auf irgendwelche über den Globus verteilten Server postet. Die Diskussion ist sogar so heiß, dass sich unsere Verbraucherschutzministerin einschaltet. Liebe Ilse, kümmer dich doch bitte um Dinge, die wichtiger sind. Um Nahrungsmittel zum Beispiel. Denn bei denen kann man sich im Gegensatz zu Facebook nicht aussuchen, ob man in den Club eintreten möchte. Anders gesagt: die Mitgliedschaft in einer Social Community ist kein Menschenrecht.

Und Mitgliedschaft bringt mich dann auch zur Motivation dieses Posts. Es ist schon befremdlich, dass sich zehntausende Mitglieder in Gruppen mit Aussagen wie “Wenn Facebook was kostet bin ich raus” tummeln. Ist ja auch kein Wunder, denn einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren des Internet ist die “Kostenlos-Kultur”. Die geniessen wir natürlich alle. Würde jemand ernsthaft bestreiten, dass die Explosion in der Zahl von DSL-Anschlüssen um die letzte Jahrtausendwende durch Filesharing zumindest wesentlich angetrieben wurde? Wie sagt der Volksmund? Umsonst ist nur der Tot, und der kostet das Leben. Und Facebook kostet die Privatsphäre, wenn man es sich sonst nichts kosten lassen will. Ganz ganz einfach. Wie teuer mag es eigentlich sein, eine hoch entwickelte Plattform zu entwickeln und zu betreiben, die mittlerweile fast 400 Millionen Menschen benutzen? Die 1 Milliarde Posts pro Tag verdaut? Ich hab keine Ahnung, wie viel es tatsächlich ist, aber es wird nicht unter sehr hoch fünfstellig pro Tag kosten. Vielleicht sogar sechsstellig?

Wer soll das finanzieren? Das Gros der Mitglieder auf jeden Fall nicht. Denn was mit denen passiert, wenn Facebook auf die Idee käme, sich plötzlich über Abogebühren zu finanzieren ist klar. Sie wären weg, ganz einfach. Und das nervt im Sinne einer auch nur halbwegs ausgewogenen Diskussion. Denn es gibt keine Art von Recht, weder ein moralisches und ganz besonders kein finanzielles, welches besagt, dass Hunderte von Millionen Menschen freiwillig eine Plattform verwenden und gleichzeitig verlangen dürfen, dass sie dafür nicht einen Teil ihrer Freiheit aufgeben. Oder mit ihrer Freiheit, sprich: ihrer Privatsphäre bezahlen müssen. Denn diese ist Geld wert – das war Freiheit in einer Welt begrenzter Ressourcen übrigens immer schon. Und damit möchten sich Mr. Zuckerberg und seine Business Angels und Anteilseigner teure Autos und Villen kaufen. Man könnte auch sagen: sie möchten sich ihre Definition von Freiheit bezahlen lassen. Denn Freiheit ist Geld wert.

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Sehr peinlich, Mr. Jobs

30. April 2010 - 11:54 Uhr

Mein Gott, wie schlimm: Steve Jobs’ offener Brief “Thoughts on Flash“. Muss ich mich jetzt nicht auch noch drüber auslassen und verweise lieber auf die bisher beste Antwort, die ich bisher dazu gefunden habe: “Hypocrisy so thick you can cut it with a knife“.

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Gewagte These: Goliath tötet Goliath und alle sind froh

28. April 2010 - 08:51 Uhr

Gestern eine ziemlich gewagte aber interessante These gefunden: Google killt den Internet Explorer und rettet das Internet. Hört sich ziemlich einfach an und ergibt durchaus Sinn. Das Rezept: Google wird das VP8 Video Format freigegeben und hofft das dieser mangels wirklich freier Alternativen der Defacto-Standard für Video im Web wird. Im nächsten Schritt werden alle YouTube Videos standardmäßig als VP8 ausgeliefert. Damit wird die VP8 Rakete gezündet und alle Browserhersteller sind mehr oder minder gezwungen, VP8 zu implementieren (falls sie es bis dahin nicht ohnehin schon getan haben). Der nächste Schritt ist entscheidend: YouGoogleTube verkündet, dass die Unterstützung für Flash Video eingestellt wird. Pech für den Internet Explorer, denn der hat noch kein VP8. Ist aber kein Problem, denn dafür gibt es ja Chrome Frame. Dieses jubelt einer IE Installation die Renderengine von Chrome unter (also einen Webkit) und auch IE User können wieder Video gucken. Das Ergebnis: der IE ist nur noch Hülle, seine Render Engine verschwunden und das Web ist frei.

Naja. Es sind schon ziemlich viele Unbekannte in der Rechnung. Viele User könnten gar kein Chrome Frame installieren. Ist YouTube wirklich so wichtig? Auf der Mix2006 hatte Bill Gates außerdem verkündet, dass in Zukunft jedes Jahr eine neue IE Version kommen soll. Gut, dass hat bisher ja nicht funktioniert, aber es ist nicht klar, ob sich MS wirklich so schnell abhängen lassen würde. Falls es wirklich jemanden gibt, der soviel Marktmacht im Bereich Web Video) ausüben kann, ist es wohl eher die Pornoindustrie (sehr lesenswerter CNN Artikel). Mal abgesehen davon: ich weiß nicht, ob ich wirklich will, dass ausgerechnet Google das Web “rettet”. Die wirkliche Macht im Internet wird nicht der ausüben, der die am weitest verbreiteten Renderengine herstellt, sondern der, dem die meisten Daten gehören. Und deswegen ist Microsoft jetzt schon auf dem Weg eine ziemliche große Randnotiz in der Geschichte der IT zu werden. Der wirkliche Gegner, wenn man es denn so sehen will, ist jetzt schon Google.

Den Originalartikel auf dem isotoma Blog.

[UPDATE] Via Slashdot: Corporate IT just won’t let IE6 die.

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Linux Desktops? Still suck!

27. April 2010 - 09:02 Uhr

Bryan Lunduke hat auf dem LinuxFest Northwest einen Vortrag mit dem Titel “Why Linux still sucks” gehalten. Interessante Fakten. Wirklich beeindruckend, was sich in der letzten Zeit getan hat. Aber: der Vortrag zeigt auch, wie weit Linux noch davon entfernt ist, eine wirklich großartige Alternative zu anderen Desktop Systemen zu sein. Treiber-Probleme bei X.org? Audio Probleme? Geschenkt. Wenn das aber die Probleme sin mit denen sich Linux (noch) rumschlagen muss – wie weit ist es dann davon entfernt, sich konzeptionell mit dem Design von Desktops und seinen Applikationen zu befassen? Sehr weit.

Ich kenne kaum eine Open Source Anwendung, die in Sachen Usability und Design in der ersten Liga spielt. Firefox ist da wohl eine Ausnahme – worüber sich streiten lässt – , aber auch dort hat es Jahre gedauert, bis irgendetwas anständiges rausgekommen ist (erinnert sich noch jemand an die alten Mozilla Milestones?). Aus irgendwelchen Gründen sind Usability Experten, gute Graphik Designer und Interaction Designer kaum an OSS interessiert. Der wichtigste Grund liegt für mich aber auf der Hand: Software Developer und Designer können nicht so richtig miteinander.

Developer selbst sind in den seltensten Fällen auch gleichzeitig gute Designer. Das ist kein Wunder, sondern logisch: Software Design verlangt nach Lösungen, die eine Maschine verstehen kann. Interface Design verlangt nach Lösungen, die ein Mensch verstehen, von denen er sich ein mentales Modell bilden kann. Ich kenne wenige Menschen, die elegant und in gleicher Qualität zwischen diesen beiden Domänen und den jeweiligen Problemlösungsstrategien wechseln können.

Außerdem: die Entwicklungsmodelle von Open Source Software und Designs sind zutiefst inkompatibel. Und das bringt mich zu einem Post, den ich schon seit langer Zeit schreiben will. Stay tuned.

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