Der Anfang vom Ende schwergewichtiger Betriebssysteme?

17. Mai 2008 - 13:16 Uhr

Asus hat angekündigt, noch in diesem Quartal einige Versionen seiner P5-Serie mit Express Gate auszuliefern. Hinter dem Produktnamen Express Gate steckt Splashtop, ein Mini-Linux mit integriertem Firefox und Skype. Das Besondere ist, dass Splashtop direkt aus dem BIOS bootet, beim Einschalten des PCs ist das System bereits nach wenigen Sekunden bereit fürs Web und Telefonie. Das hört sich schon mal ziemlich nett an, richtige Sprengkraft bekommt das allerdings erst, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Applikationen mittlerweile in das Web gewandert sind: E-Mail, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Termine, Präsentationen, Instant-Messaging, Fotoverwaltung, Bildbearbeitung? Alles da, und das ist erst der Anfang. Irgendwann braucht man den PC nur noch, um seine Hardware anschließen zu können, private Daten zu sichern und extrem rechenhungrige oder graphische Applikationen laufen zu lassen.

Asus plant, alle Mainboards mit dieser Technologie auszuliefern, pro Monat werden dann eine Million Kunden in den Genuss von Splashtop kommen und sich immer seltener dazu genötigt sehen, ihr Windows zu booten. In Zusammenhang mit dem zu beobachtenden Trend weg von Monstermaschinen, der die PC-Branche eigentlich in ihrer gesamten Geschichte begleitet hat und sich in den letzten Jahren immer mehr abgeflaut hat (es werden zum Beispiel mittlerweile mehr relativ langsame Laptops als Desktop-Maschinen verkauft) und dem Unverständnis, mit dem Kunden auf ein instabiles Feature-Monster wie Windows Vista reagiert haben, bleibt abzuwarten, wohin die Reise geht. Microsoft sollte von dieser Entwicklung auf jeden Fall extrem beunruhigt sein, hat es doch bisher immer auf genau diese Faktoren, also der Bereitschaft der Kunden, sich ständig größer und mächtiger werdende Software und Hardware aufschwatzen zu lassen, gesetzt. Interessant ist außerdem, das Splashtop ein sichereres Web verspricht, weil es eben nicht im kompletten Betriebssystem läuft, unter dem prinzipiell alles verfügbar ist – inklusive persönlicher Daten. Mehr Infos zur Ankündigung von Asus gibts in einem ZDNet-Artikel.

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