Zweimal Marktanteil-Freude

5. Dezember 2008 - 12:03 Uhr

Slashdot meldet, dass laut neuesten Zahlen von Net Applications Inc. der Anteil von Windows am Betriebssystem-Markt zum ersten Mal seit 1995 unter die 90% Marke gefallen ist. Yay! :-) Größter Gewinner ist Apple mit einem Marktanteil von fast 9%. Linux krebst bei ca. 1% rum. Was mich an einen schon lange auf seine Veröffentlichung wartenden Blogpost von mir erinnert, den ich jetzt einfach mal hier einschiebe: Liebe Slashdotter, auch 2009 wird nicht das Jahr des Linux-Desktop. So wie 2004, 2005, 2006, 2007 und 2008 auch nicht. So sehr ihr es euch auch wünscht und in schöner regelmäßigkeit wiederundwiederundwiederholt. Get real.

Kommen wir zur zweiten Marktanteil-Freude. Firefox hat in einigen Ländern mittlerweile einen Marktanteil von über 50%. Ok, es sind nur drei, und nicht gerade die wichtigsten Märkte des Planeten. Wenn ich das mit Zahlen von vor einem halben Jahr vergleiche, und der Trend weitergeht, werden es in weiteren sechs Monaten noch einige mehr sein. Wie man die Zahlen bewertet, bleibt jedem selbst überlassen. Klar ist, dass jeden Tag überall ein kleines Stückchen von IEs Marktanteil weggeknabbert wird, egal ob durch Firefox, Safari oder Chrome. Und das, liebe Freunde, sind abartige gute Nachrichten. Und eine kleine späte Genugtuung für ungezählte Stunden endloser Frustration, die ich mit diesem Drecksbrowser erlebt habe.

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Noch 4:00 bis zur Infektion ihres PCs…

15. Juli 2008 - 11:56 Uhr

Slashdot berichtet von einer Untersuchung des Internet Storm Center (großartiger Name übrigens), in der die durchschnittliche Zeit bis zur Infektion eines frisch installierten und ans Internet angeschlossenen Windows-PC mit 4 Minuten angegeben wird. Das sind mal wieder großartige Neuigkeiten für Windows-User. Interessant vor allem dieser Satz:

While the survival time measured varies quite a bit across methods used, pretty much all agree that placing an unpatched Windows computer directly onto the Internet in the hope that it downloads the patches faster than it gets exploited are odds that you wouldn’t bet on in Vegas

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Alberner Comic Sans Hass

3. Juni 2008 - 18:08 Uhr

Gerade auf Spiegel Online einen Artikel über die “Schauder-Schrift” Comic Sans gelesen. Ist schon witzig, wie sich da manch schlichter und häufig ahnungsloser selbsternannter Typograph an dieser Schrift auslässt. Ist aber auch zu einfach: jeder weiss, dass diese Schrift extrem überstrapaziert wurde und mit Sicherheit nicht für Fliesstext geeignet ist. Damit ist man als Hasser genauso auf der sicheren Seite, wie beim Lästern über den sogenannten Deppenapostroph. Muss man nicht besonders schlau für sein, kann aber schön auf den Putz hauen. Ins Auge gefallen ist mir beim SPON-Artikel besonders diese wertvolle Zitat aus dem Fontshop-Forum:

“Ich selbst habe Comic Sans verwendet, als ich mit 10 am Computer meines Onkels saß und in Paint (Win 3.11) erste Plakate gestaltete. Andere Schriften hielt ich für unpassend.”

Win 3.11 also, aha. Kam mir irgendwie spanisch vor, weil ich mich erinnere, dass Comic Sans erst in der Windows 95 Ära ihr Debüt hatte. Und richtig: weiter unten im Artikel steht, dass die Schrift, die ursprünglich für Microsoft Bob geplant war, erstmals mit dem Windows 95 Plus Pack ausgeliefert wurde. Berichtigungen werden gerne entgegen genommen.

Was bleibt: wer von Typo einen Funken Ahnung hat, sollte wissen, unter anderem weil es in ungefähr jedem Buch über dieses Gebiet wiederholt wird, dass Schriften selten schlecht sind, aber häufig ihre Verwendung. Und handwerklich schlecht gemacht ist die Comic Sans mit Sicherheit nicht.

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Der Anfang vom Ende schwergewichtiger Betriebssysteme?

17. Mai 2008 - 13:16 Uhr

Asus hat angekündigt, noch in diesem Quartal einige Versionen seiner P5-Serie mit Express Gate auszuliefern. Hinter dem Produktnamen Express Gate steckt Splashtop, ein Mini-Linux mit integriertem Firefox und Skype. Das Besondere ist, dass Splashtop direkt aus dem BIOS bootet, beim Einschalten des PCs ist das System bereits nach wenigen Sekunden bereit fürs Web und Telefonie. Das hört sich schon mal ziemlich nett an, richtige Sprengkraft bekommt das allerdings erst, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Applikationen mittlerweile in das Web gewandert sind: E-Mail, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Termine, Präsentationen, Instant-Messaging, Fotoverwaltung, Bildbearbeitung? Alles da, und das ist erst der Anfang. Irgendwann braucht man den PC nur noch, um seine Hardware anschließen zu können, private Daten zu sichern und extrem rechenhungrige oder graphische Applikationen laufen zu lassen.

Asus plant, alle Mainboards mit dieser Technologie auszuliefern, pro Monat werden dann eine Million Kunden in den Genuss von Splashtop kommen und sich immer seltener dazu genötigt sehen, ihr Windows zu booten. In Zusammenhang mit dem zu beobachtenden Trend weg von Monstermaschinen, der die PC-Branche eigentlich in ihrer gesamten Geschichte begleitet hat und sich in den letzten Jahren immer mehr abgeflaut hat (es werden zum Beispiel mittlerweile mehr relativ langsame Laptops als Desktop-Maschinen verkauft) und dem Unverständnis, mit dem Kunden auf ein instabiles Feature-Monster wie Windows Vista reagiert haben, bleibt abzuwarten, wohin die Reise geht. Microsoft sollte von dieser Entwicklung auf jeden Fall extrem beunruhigt sein, hat es doch bisher immer auf genau diese Faktoren, also der Bereitschaft der Kunden, sich ständig größer und mächtiger werdende Software und Hardware aufschwatzen zu lassen, gesetzt. Interessant ist außerdem, das Splashtop ein sichereres Web verspricht, weil es eben nicht im kompletten Betriebssystem läuft, unter dem prinzipiell alles verfügbar ist – inklusive persönlicher Daten. Mehr Infos zur Ankündigung von Asus gibts in einem ZDNet-Artikel.

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Vista-Nachfolger "Windows 7" schon nächstes Jahr?

5. April 2008 - 01:54 Uhr

Bill Gates hat heute auf einer Konferenz zum Thema “Corporate Philantropy” (*LOL*) in Miami zum besten gegeben, dass der Vista-Nachfolder mit dem Codenamen “Windows 7″ möglicherweise schon nächstes Jahr erscheinen wird. Geplant war ab Windows Vista ein dreijähriger Releasezyklus. Die neue Version wird dann eventuell die Features enthalten, die man schon für Vista angekündigt hatte :) Neue Versionen lange vorher anzukündigen, bzw. sich dann doch zu verspäten, ist ja eigentlich Microsoft-Tradition. Ob das aber in Anbetracht der miesen Verkaufszahlen von Vista so ein cleverer Schachzug ist, bleibt abzuwarten. Das könnte viele User vielleicht davon abhalten, zu Vista zu wechseln und stattdessen auf die eine Version zu warten. Microsoft betont zwar gerne auf PR-Waschzetteln was für ein riesiger Erfolg Vista doch ist, aber viele, viele Meldungen (z.B. die Downgrade-Möglichkeit) führen die Aussagen ad absurdum. Klar, in absoluten Zahlen ist viel passiert, aber prozentual sieht die Sache anders aus. Sei’s drum – in einem Jahr kann und wird noch viel passieren. So oder so.

Ich bin übrigens noch vor Heise mit dieser Meldung. Das gab’s ja noch nie :)

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